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Leipzig gilt seit Jahrhunderten als Stadt der Bücher. Heute ist die mitteldeutsche Metropole ein moderner Ort der Buchkultur. Nirgendwo sonst gibt es so viele Ausstellungen und Veranstaltungen zu den Themen Mediengeschichte, Druck und Buchkunst.
Sechs Institutionen werben um Ihre Aufmerksamkeit. Kommen Sie uns besuchen!

“Tschichold in St. Gallen”

Der Leipziger Typograf Jan Tschichold und seine Arbeitsbibliothek

MUSEUM FÜR DRUCKKUNST LEIPZIG: 5. März bis 14. Mai 2017

Eröffnung: 3. März, 18 Uhr

Mit der Ausstellung „Tschichold in St. Gallen“ zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig in 24 Vitrinen einen Querschnitt durch die Arbeitsbibliothek des in Leipzig geborenen Typografen Jan Tschichold (1902-1974). Die Dokumente, die seit 2010 in der Kantonsbibliothek Vadiana in St. Gallen aufbewahrt werden, werfen ein neues Licht auf seine Persönlichkeit und sein Werk.

Blick auf Tschicholds Schreibtisch (1946)

Blick auf Tschicholds Schreibtisch (1946)

Neben Büchern und Broschüren umfasst die Arbeitsbibliothek eine Vielzahl von Archivalien: Briefe, handschriftlich verfasste Kommentare, Notizen, Zeitungsausschnitte, Fotografien und Originalillustrationen. Es handelt sich um einen Schatz an Zeugnissen zur Geschichte der europäischen Typografie des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden unter anderem Bücher des britischen Penguin Verlages, die Tschichold 1947-49 typografisch reformierte sowie unzählige Dokumente, die er nahezu pedantisch mit Kommentaren und Korrekturen zu Gestaltung oder Rechtschreibung versah.

Jan Tschichold wurde 1902 in Leipzig geboren und besuchte hier die Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe (heute Hochschule für Grafik und Buchkunst). Schon früh wurde er vom Bauhaus beeinflusst. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine avantgardistischen Arbeiten und vor allem durch sein Buch Die Neue Typographie (1928). 1925 verließ er Leipzig, war zunächst in Berlin tätig und ließ sich 1926 in München nieder. Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Gestalter lehrte er an verschiedenen Hochschulen. 1933 emigrierte er in die Schweiz und lebte dort mit kurzen Unterbrechungen bis zu seinem Tod 1974.

Jan Tschichold 1965 (c) E. Mandelmann

Jan Tschichold 1965 (c) E. Mandelmann

Der Schweizer Typograf Jost Hochuli beschäftigt sich seit langem mit dem Schaffen Tschicholds und kuratierte diese Ausstellung 2016 für die Kantonsbibliothek Vadiana in St. Gallen. Mit der Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia kann die beeindruckende Schau nun auch in Deutschland, im Museum für Druckkunst Leipzig, gezeigt werden. Neben der Arbeitsbibliothek in St. Gallen befinden sich weitere Teile des Nachlasses von Jan Tschichold im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig, sowie im Getty-Forschungszentrum in Los Angeles.

Das Begleitbuch zur Ausstellung von Jost Hochuli ist für 28 Euro im Museumsshop erhältlich.

 

Begleitprogramm

Öffentliche Führungen, sonntags, 12 Uhr: 5.3., 26.3., 9.4. und 23.4.

Führung 60+, dienstags, 14.3. und 11.4., 15 Uhr (halber Eintrittspreis für Besucher 60+)

 

www.druckkunst-museum.de